Das Gewicht der Worte — Kapitel 1: Das Schweigen

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Das Schweigen

Es gab ein Dorf, in dem die Menschen fast nie sprachen. Sie hatten entdeckt, dass jedes Wort eine Last war. Jedes „Ja” trug ein Versprechen, jedes „Nein” eine Enttäuschung, jedes „Vielleicht” eine Ungewissheit. Und so wurden die Worte seltener, bis sie fast verschwanden.

Die Menschen verständigten sich mit Blicken und Gesten. Das Dorf war ruhig, sehr ruhig. Aber in dieser Ruhe lag etwas Schweres, das niemand benennen konnte.

Ein Junge namens Emil war anders. Er sammelte Wörter wie andere Kinder Steine sammelten. Er schrieb sie auf kleine Zettel und versteckte sie unter seinem Kissen. Nachts, wenn alle schliefen, flüsterte er sie vor sich hin: „Hoffnung”, „Vertrauen”, „Morgen”. Er spürte, dass diese Wörter eine Kraft hatten, die die Erwachsenen vergessen hatten.

Doch das Dorf nannte ihn einen Träumer. Und Träumer, so glaubte man dort, waren gefährlich für die Stille.

Cuvinte noi

Germană Română
die Last povara
das Versprechen promisiunea
die Enttäuschung dezamăgirea
die Ungewissheit incertitudinea
verständigten sich comunicau
die Gesten gesturile
benennen a numi
flüsterte a șoptit
der Träumer visătorul

Întrebări de înțelegere

  1. Warum sprachen die Menschen im Dorf fast nie?
  2. Was sammelte Emil?
  3. Was glaubte das Dorf über Träumer?

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